top of page

19. Weisheit

Autorenbild: MikUP101
MikUP101
1. Juli 2019
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Der „Weisheit Anfang“ impliziert das Wissen darum, was das Selbst ist.

Und doch entzieht sich das Selbst jedem Wissen – sei es gedanklicher, konzeptioneller oder intuitiver Natur. Denn alles, was darüber gewusst werden kann, ist es nicht.


Weisheit ist keine isolierbare Wissensmenge, sondern die unteilbare Einheit aller auftauchenden Wissenserscheinungen – ohne jede Unterscheidung.

Deshalb bleibt sie unerkennbar; denn erst wo eine Unterscheidung gemacht wird, entsteht überhaupt etwas, das erkannt werden könnte.


Sie lässt sich nicht wie herkömmliches Wissen greifen – der Greifende selbst ist nur ein Wissensinhalt.


Sie lässt sich nicht besitzen, weil es niemanden außerhalb von ihr gibt, der sie besitzen könnte. Es gibt niemanden, der weise wäre, da Weisheit sich nicht auf eine Person – eine bloße gedankliche Information – bezieht. Weisheit kennt keinen Weisen.

Sie umfasst Klugheit und Dummheit ebenso wie das Erhabenste und das Niedrigste.


Nichts zu wissen und nicht zu wissen, dass nichts gewusst wird, ist Unwissenheit.

Nichts zu wissen und zu wissen, dass nichts gewusst werden kann, ist der Weisheit Anfang. Nichtwissen – frei von jedem Begriff von Wissen oder Nichtwissen – ist die Leere, aus der Wissen und Unwissenheit hervorgehen.


Wissen braucht immer zwei: den, der weiß, und das, was gewusst wird. Weisheit ist der Kollaps dieser Distanz – das unteilbare Sein vor jeder gedanklichen Trennung.


Und doch: Auch alles, was hier gesagt wurde – was Weisheit sei oder nicht sei –, ist es nicht.


MiKUP101



© 1999–2026 MiKUP101 – Alle Rechte vorbehalten
bottom of page