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Essay Nr. 02 ~ Das All-Erfahrende

Autorenbild: MikUP101
MikUP101
4. Apr. 2019
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Mai

Alles was jemals "war" und noch sein "wird" ist in einem einzigen, nicht existierenden Augenblick schon vollzogen.

Nichts "wurde" und nichts "wird" jemals beschlossen - alles IST.

Ohne Beschluss, ohne Beginn. DAS ist bereits "vor" allem Anfang "DA".

DU als DAS, was DU bist - "vor" allem Erfahren.

Vor jedem Gedanken von „Ich“. Vor jeder Spur von Zweiheit.

Die nicht erfahrbare Einheit ohne ein zweites. Non-Dual. Unerfahrbar.

Zu sagen, dass es Eines ist, ist bereits zuviel. „Eins“ ist schon Trennung.

Und dennoch geschieht Erfahrung. Worin? Und als was - scheinbar?

Im und als Bewusstsein. Es ist "das Allerfahrende".

Von seiner Natur her, von seinem Wesen her dasselbe wie DAS. Ungeteilt.

Aber bereits Emanation. Alles, was existiert, ist Bewusstsein, das sich selbst erfährt.

In allen möglichen und unmöglichen Facetten. So auch als relativ erfahrendes Individuum. Als Mensch.


Der relativ Erfahrende, das In-dividuum (das Ungeteilte, das sich in sich selbst teilt), ist nicht das Ewige, sondern Erscheinung in Zweiheit.

Der relativ Erfahrende ist Teil der dualen Welt - und damit ein Objekt der Erfahrung.

Ein Erfahrenes — nicht das Erfahrende, das Ewige.

Wäre der relativ Erfahrende ewig, hätte er bereits alle Erfahrungen gemacht.

Denn Ewigkeit ist ein einziger Augenblick - in sich vollständig.

Und "darin", in diesem absoluten JETZT sind alle jetzt-Momente enthalten.

Es gibt dazu nichts Zweites. Alles Zweite ist ausgedacht.

Das gilt sogar für das Erste - jetzt, wo wir darüber sprechen.

Du, als relatives Ich, erfährst dich und deine Welt momentan als das, was gerade erscheint.

DU bist das, was jeder Erfahrung zu Grunde liegt, aber DU bist keine Erfahrung.

DU bist DAS, was als allerfahrendes Bewusstsein den Lebens-Film wie ein Bild auftauchen und vorbeiziehen sieht.


Jede Erfahrung, die ein In-dividuum (scheinbar) macht, befindet sich in Zeit.

Auch das In‑divi-duum ist zeitgebunden.

Es ist das allerfahrende Bewusstsein, das alle Erfahrungen "macht", obwohl es keine einzige dieser Erfahrungen macht - weil alles bereits vollzogen ist.

Für DAS ist nie etwas geschehen.

Alles, was scheinbar geschieht, ist traumhaft - raumlos, ausdehnungslos.

Ein punktloser Ursprung: das allerfahrende Bewusstsein, in dem das, was wir „mein Leben“ nennen, nur als Traum erscheint - weit, groß, intensiv - und doch ohne jede Substanz, wie im Traum eines Schlafenden.

Ein Mensch entwickelt sich auch nicht von einer gedachten Vergangenheit hin, in eine mögliche, projizierte Zukunft.

Der Mensch (als Individualbewusstsein) erlebt - immer jetzt - ein Leben, das bereits vollendet ist. In relativer Selbstvergessenheit. Reaktiv, rückwirkend.

Ein Leben, das im Anfang schon vollendet war.

Es ist ein "Prozess", der aus sich selbst heraus "geschieht".

Ein Sich‑Vollziehen, in dem Ewigkeit - als allerfahrendes Bewusstsein - sich selbst erfährt.


A - Ω



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