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02. Das All-Erfahrende

Autorenbild: MikUP101
MikUP101
4. Apr. 2019
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Alles, was jemals war, ist und noch sein wird, ist in einem einzigen, nicht Messbaren Augenblick bereits vollzogen. Nichts was erscheint, wurde geplant oder beschlossen.

Alles ist, bevor es erscheint, bereits in all seinen Möglichkeiten vorhanden – in dem, was weder Anfang noch Ende kennt. Und dieses kennt sich selbst nicht.


Es ist – ohne jeden Gedanken an ein „Ich“. Ohne jede Spur von Zweiheit.

Unerfahrbare Einheit ohne Zweites.


Alles Zweite ist gedankliche Konstruktion – und mit dem „Zweiten“ wird auch das „Erste“ zum Konzept. „Eins“ zu sagen, ist bereits zu viel – jeder Begriff setzt Trennung voraus.


Und doch erscheint Erfahrung. Worin – und als was?

In Bewusstsein, als Bewusstsein – das All-Erfahrende.

Von seiner Natur her dasselbe wie das Absolute.


Alles, was existiert – der Erfahrende, das Erfahrbare und die Erfahrung selbst –, ist Bewusstsein, das sich selbst erfährt – ungetrennt vom Absoluten.


Bewusstsein erfährt sich in unzähligen Formen, auch als scheinbar abgegrenztes Individuum. Das Individuum – das Ungeteilte, das sich getrennt erfährt – ist nicht das Ewige, sondern eine Erscheinung in der Dualität.

Ein Objekt der Erfahrung, ein Erfahrenes – nicht das Erfahrende selbst.

Eine Form erfährt nichts – sie ist bereits die Erfahrung.


Das Bewusstsein, das jeder Erfahrung zugrunde liegt, ist selbst nicht erfahrbar.

Es ist das All-Erfahrende, in dem das Leben wie ein Bild erscheint und vorüberzieht.

Erscheinung und Welt tauchen stets nur als das auf, was jetzt erscheint – momentane Information, die sich Moment für Moment, in alle Ewigkeit, erneuert.


Ewigkeit ist kein langer Zeitraum, sondern die Vollständigkeit des gegenwärtigen Augenblicks. Darin sind alle scheinbaren Momente enthalten.


Jede Erfahrung befindet sich in Zeit. Auch die Idee einer Person ist zeitgebunden – doch eine Person macht keine Erfahrungen, sondern ist bereits eine Erfahrung in Zeit.


Ein Mensch entwickelt sich nicht aus einer vergangenen Zeit in eine projizierte Zukunft.

Das Leben erscheint immer jetzt – als ein Geschehen, das in sich bereits vollendet ist.


Alles Geschehen ist raumlos und ohne Substanz, wie die Szenerie in einem Traum.

Ein punktloser Ursprung, in dem das, was „mein Leben“ genannt wird, als flüchtiges Geschehen auftaucht und verschwindet – als wäre nie etwas gewesen.


Ein Geschehen, das aus sich selbst heraus erscheint:

Ewigkeit, die sich als Bewusstsein selbst erfährt.


Im All-Erfahrenden geschieht alles, was geschieht, und doch geschieht für es selbst nie etwas.


MiKUP101 



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