05. Schwierigkeiten

Aktualisiert: vor 7 Tagen
Wenn der Gedanke oder das Gefühl auftaucht, in Schwierigkeiten zu stecken – wer oder was genau ist es, das davon betroffen wäre?
Das, worin diese Erscheinung auftaucht, hat selbst keine Schwierigkeiten.
Es bleibt von den Bewegungen der Welt unberührt.
Auch das, was wahrgenommen wird – die Situation, die Emotion, das Problem –, kann selbst keine Schwierigkeiten haben. Es ist lediglich eine flüchtige Form in Bewusstsein.
Ein abgegrenztes „Ich“, das ein Problem besitzen könnte, existiert nur als Idee.
Es hat keine eigenständige Substanz.
Das Bewusstsein, in dem alle Wahrnehmungen erscheinen, bleibt von jeder Schwierigkeit unberührt.
Schwierigkeiten erscheinen genau in dem Moment, in dem die Trennung zwischen Wahrnehmenden und Wahrgenommenen für wahr gehalten wird.
Und genau in diesem Moment – in dieser Identifikation – entfaltet sich die Bewegung des Lebens. Das Geschehen wird persönlich; das Drama scheint real.
Das Denken und Handeln aus der Identifikation mit einer begrenzten Form ist Teil des unaufhaltsamen Stroms der Erscheinungen.
Doch das, worin sowohl Identifikation als auch das Durchschauen des Spiels erscheinen – das Bewusstsein selbst – liegt jenseits jeder Identifikation.
Es ist keine Person, kein Objekt und an keine Form gebunden.
Das Denken und Handeln aus der Identifikation mit einer begrenzten Form ist Teil des fließenden Spiels der Erscheinungen.
Das Gefühl, etwas sei falsch, ist nur eine Erscheinung.
Ebenso jede Vorstellung von richtig und falsch. Nichts davon hat Bestand.
Was bleibt, wenn sich jede Form auflöst?
Was ist da, bevor die Idee auftaucht, jemand zu sein?
Das, worin alle Formen erscheinen – Wahrnehmer, Wahrnehmung und Wahrgenommenes – bleibt unbewegt.
Wenn alles vergeht, was vergehen kann – selbst die Idee eines eigenen Ichs –, bleibt das Bewusstsein unberührt.
MiKUP101