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15. Die Reife-Metapher

Autorenbild: MikUP101
MikUP101
31. März 2022
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Okt.

Was als „Leben“ erlebt wird, ist ein Traum des Bewusstseins – inklusive aller Erscheinungen, die ihn bevölkern.


Die Idee von Zeit, Alter und geistiger Reife gehört zu den Requisiten dieser Kulisse.


Der namenlose Beobachter des Traums steht außerhalb der Zeit.

Die Frage nach Jahren, Entwicklung oder Fortschritt stellt sich ihm nicht.

Die Zeit selbst – samt dem Schein des Älterwerdens – erscheint in ihm.


So gibt es zwar reife und unreife Menschen – als Erscheinungen im Traum –, doch keine davon hat die Macht, etwas zu dieser Reife beizutragen oder sie zu verhindern.


Das, was gewöhnlich als „Lebensweisheit“ gilt, ist lediglich das Anhäufen von Lebenserfahrung innerhalb einer unhinterfragten Grundannahme.

Die Schein-Entität hört zwar auf, an den Weihnachtsmann oder die Zahnfee zu glauben, doch darüber hinaus ist nicht viel passiert.

Sie verharrt unangetastet im Glauben an eine objektive, äußere Welt.

Dass sie daraus nichts Wesentliches lernt oder Schlüsse zieht, liegt ebenso außerhalb ihrer Macht, wie es zu verändern.


Die eifrige Beschäftigung mit weltlichen Dramen gleicht dem Bauen von Sandburgen.

Doch solange das Fundament nicht durchschaut ist, erscheint das Geschehen von enormer Wichtigkeit: Wer besitzt die schönste Schaufel und bestimmt die Regeln auf dem Spielplatz?


Gedanken und Emotionen wirken dabei als Bindemittel der Täuschung.

Sie vermitteln das Gefühl, Teil von etwas „Realem“ zu sein.

Der Intellekt wähnt sich morgens in eine Welt tretend, die unabhängig von ihm existiert.

Dass in dem Augenblick, in dem die Augen aufschlagen, lediglich der Traum beginnt, aufgewacht zu sein, bleibt im Traum verborgen.


Ein träumender Geist kann sich weder aussuchen, dass er träumt, noch was er träumt.

Ebenso wenig hat das Geträumte die Macht zu entscheiden, wie es erscheint.


Der Film ist längst abgedreht.


Der Traum träumt sich selbst – absichtslos, spurlos und ohne jemanden, der darin eine Voraussetzung zu erfüllen hätte.


Damit offenbart sich auch die Frage nach geistiger Reife als völlig belanglos.


MiKUP101 



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