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17. Bewusstsein

Autorenbild: MikUP101
MikUP101
24. Juni 2019
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Okt.

Wer könnte sich des Bewusstseins bewusst sein, außer das Bewusstsein selbst?

Es gibt keine zweite Instanz, kein Wesen außerhalb.

Alles, was erscheint, erscheint in Bewusstsein.


Was immer auftaucht – Empfindungen, Gedanken, Widerstände –, ist eine Regung in Bewusstsein: eine Erscheinung ohne eigene Bedeutung oder Geschichte.

Erst in ihrem Wechselspiel entstehen jene Kontraste, die das Drama der Identifikation vorspiegeln.


Dieses Drama erreicht seinen Gipfel dort, wo Bewusstsein selbst zum Objekt gemacht werden soll: im Versuch, es greifbar zu machen und zu verorten.


Die gängigste Verortung ist das Gehirn, der Körper.

Den Körper als Ursprung von Bewusstsein zu untersuchen, ist der Irrtum, dass eine Erscheinung ihre eigene Quelle finden könnte.

Doch selbst dieser Untersuchungsversuch – der Forscher, das Gehirn und die Methode – ist keine Aktivität des Bewusstseins, sondern schlicht ein weiterer Impuls, der in ihm aufleuchtet. Denn auch der Körper ist nur Erscheinung, ein passives Bild – aus sich selbst heraus wirkungslos.


Dasselbe gilt für die Welt um ihn. Außen und Innen sind keine getrennten Bereiche, sondern reine Vorstellungen im ungeteilten Bewusstsein.

Wenn Außen und Innen nicht getrennt sind, gibt es kein vorgegebenes „Außen“, in dem etwas dargestellt werden könnte. Das sogenannte „Außen“ ist selbst erst der Effekt der scheinbaren Differenzierung des Unteilbaren in die Mannigfaltigkeit der Formen.


Was als Welt erscheint, ist verdichteter Traumstoff, in Bewusstsein gewebt und erfahren – kein Fremdkörper, kein materielles Erzeugnis, sondern das Unteilbare selbst, das im Aufblitzen der Formen als Vielfalt erscheint.


Die Wahrnehmung von Vielfalt beruht auf der scheinbaren Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetem, zwischen Träumendem und Traum – einer Trennung, die nie wirklich bestand.


Bewusstsein gleicht einer unendlichen Leinwand, auf der jede Form erscheint; es besitzt selbst aber keine eigene Gestalt. Es ist weder Form noch Nichtform, sondern das, als das Form und Nichtform überhaupt erst sind.


Die Person und ihr Erleben sind aufblitzende Lichtmuster auf dieser Leinwand.

Es gibt niemanden in der Szene, dem das Leben geschieht.


Jede Erscheinung ist Bewusstsein in Form – auch jedes Wissen von Bewusstsein.

Sobald Bewusstsein zum Gegenstand des Wissens wird, ist es bereits Objekt, Inhalt – nicht mehr die ungreifbare Quelle, die es selbst ist.


Das gilt auch für den Beobachter: Die Idee eines bezeugenden Subjekts, das um dieses Wissen wüsste, verfehlt Bewusstsein im selben Augenblick.

Bewusstsein ist kein Subjekt auf einer höheren Ebene; die Zeugenposition ist selbst nur eine Bewegung auf der Leinwand.


Wie ein Spiegel, der alle Gegenstände reflektiert, sich selbst aber nicht reflektieren kann, lässt sich Bewusstsein nicht erfassen. Was immer wahrgenommen, gewusst oder begriffen wird, ist bereits Reflexion – nie der Spiegel selbst.


Bewusstsein ist weder besitzbar noch erkennbar.

Es kann zwar gesucht werden – doch Suche und Sucher sind selbst nur ein weiteres Bewegtbild auf der Leinwand.


Bei der Darlegung, was Bewusstsein ist, stößt Sprache an ihre Grenze und kann nur noch hindeuten: Aus dem vollkommen eigenschaftslosen Sein – das weder bewusst noch unbewusst ist – emaniert Bewusstsein: seiner Natur nach dasselbe wie das Sein.

Die Quelle selbst – das Sein – bleibt unvermindert: ein Hervorgehen ohne Hervorgegangenes, denn nichts wird durch diese Emanation verursacht oder erschaffen.

Bereits die Idee einer Emanation ist nur Vorstellung: kein Zustand, sondern ein Muster in Bewusstsein.


Auch „Sein“ oder „Quelle“ ist nur ein Name, eine Vorstellung.

„Absolutes“, „Gott“, „Bewusstsein“, „Nichts“, „DAS“ – all diese Begriffe deuten auf das, worin sie verschwinden – worin jede Sprache und jede Erscheinung aufleuchtet und erlischt.


MiKUP101



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