26. JHWH

Aktualisiert: 25. Okt.
JHWH bezeichnet für unzählige Menschen den allmächtigen Schöpfer und Herrscher des Universums.
Das Tetragramm, das biblische Vierbuchstabenzeichen für Gott, wird nach Ex 3,14 meist als „Ich bin, der ich bin“ gedeutet: Ich bin das, was ist.
Im hebräischen Ursprung steht es im Kern für Sein.
In der jüdischen Tradition darf dieses Zeichen bis heute nicht laut ausgesprochen werden – der Name für das, was ist. Dahinter liegt eine Einsicht: Das Unaussprechliche lässt sich nicht in ein Wort fassen, ohne es zu einem Begriff zu machen.
Die Ahnung von einer absoluten, alles umfassenden Größe ist nicht falsch.
Doch der Verstand tut sofort, was er immer tut: Er verlegt diese Größe aus der Gegenwart nach außen, in ein Gegenüber, eine erhabene Instanz, einen Gott im Himmel.
Er macht aus dem, was ist, ein Bild im Kopf.
Dagegen steht das Bilderverbot in den alten Schriften selbst:
„Du sollst dir kein Bild machen.“
Jeder Gedanke an Gott ist ein Bild.
Und selbst der Kopf, in dem dieses Bild erscheint, ist nur ein Gedanke.
Der Blick klebt am Bild, während unbemerkt bleibt, woraus es aufblitzt:
Bewusstsein – ungetrennt von dem, was sich zeigt.
Das „Ich bin“ ist beides: Urgrund und Erscheinung.
Jede Trennung zwischen Innen und Außen ist nur ein Gedanke.
JHWH ist kein Name für einen Herrscher im Außen, keine Gestalt in den Wolken.
Ein Hinweis auf das, was ist – kein Begriff, der es fasst.
Auch dieses Wort ist nur ein Name.
Jeder Name greift ins Leere.
MiKUP101