28. Erlösung

Aktualisiert: vor 2 Tagen
Sogar der Gute wird erlöst – um wie viel mehr der Böse.
Doch damit bricht jede moralische Unterscheidung zusammen:
Es gibt niemanden, der erlöst werden könnte, weil es niemanden gibt, für den Erlösung Sinn ergäbe. Gut und Böse sind Bestimmungen; sie gehören zum Ich-bin-so-und-so und gelten nur, wo es ein Gegenüber gibt. Im Absoluten gibt es keine Bestimmung, also auch nichts, wovon zu erlösen wäre.
Erlösung ist kein Zustand, der erreicht wird, sondern das Verwehen der Illusion, getrennt zu sein. Trennung, Handelnder und Rangordnung gibt es nur als Erscheinung.
Sünde, Erlösung und das Konzept von Gut und Böse sind Geträumtes.
Sie erscheinen, aber nicht aus sich selbst.
Das Einzige, was hierbei erlöst wird, ist die Idee von Erlösung selbst.
Doch auch dieser Satz ist ein Gedanke.
Wer sagt, niemand werde erlöst, spricht noch als jemand.
Wie können Gut und Böse, Sünde und Erlösung im Absoluten überhaupt erscheinen?
Gar nicht. Sie gibt es nur dort, wo Bestimmung erscheint, und das Absolute wird davon nicht berührt. Es ist ungeteilt. Es ist ein Ganzes – und doch nicht einmal das.
Denn sobald „Eins“ gesagt wird, ist die Zwei bereits da.
Verstehen, Erleuchtung, Zielerreichung, Sinn, auch Sprechen und Handeln: Geträumtes.
Das Bewusstsein selbst tut nichts.
Weder geschieht durch es etwas, noch geschieht durch es nichts.
MiKUP101