29. Zen-Meditation

Aktualisiert: vor 2 Tagen
Wenn meditiert wird, erscheint das Meditieren – und mit ihm der Meditierende.
Alles taucht als reines Geschehen auf.
Das, was zu meditieren scheint, ist selbst Phänomen.
Jede Vorstellung, jeder Gedanke, jede Empfindung, jeder Eindruck – einschließlich des Ichs – ist ein Auftauchen im Moment. Ohne Urheber, ohne Quelle, ohne jemanden, der denkt.
Da ist kein Subjekt, das geboren wurde oder sterben könnte.
Nur ein scheinbares Geschehen, das kommt und geht.
Alles erscheint in Bewusstsein – als Bewusstsein.
Bewusstsein ist kein Ding in der Welt.
Es ist das Ungreifbare, worin Welt, Körper und Person überhaupt aufscheinen können.
Richtet sich Bewusstsein auf sich selbst, zeigt sich nur ein neues Phänomen.
Es weiß um sich, weil es ist – aber wahrnehmen kann es sich nicht.
Selbst das Bezeugen – das sich selbst Betrachten – ist nur eine weitere Form.
Und jede Form ist zeitgebunden.
Von seiner Natur her ist Bewusstsein nicht verschieden vom Absoluten.
In Bezug auf das Absolute – auf DAS – ist selbst das Bewusstsein nicht der letztgültige Grund. Es ist nur dessen erste, unbewegte Reflexion, vor der Teilung in Welt und Subjekt.
Hier versagt jede Beschreibung.
Das Unfassbare entzieht sich jedem Begriff, jeder Bestimmung.
Selbst die Rede von einer „Formlosigkeit“ greift zu kurz, denn hier ist nichts, wovon es frei sein müsste. Es ist das absolute Gelöstsein von jeglicher Begrifflichkeit.
Aber auch das – ist es nicht.
Bevor Bewusstsein, Manifestation oder Verwirklichung aufsteigen, IST DAS.
Das Unverfügbare, Unauslöschbare.
Nicht als Prinzip, nicht als Wirklichkeit, nicht als Gott, und auch nicht als DAS – sondern als das, wofür all diese Begriffe nur hohle Platzhalter sind.
Was DAS ist, ist das Einzige, was IST – doch es existiert nicht.
Alles erscheint auf Grund von DAS – ohne Grund, ohne Richtung, ohne Absicht.
Ein Erscheinen aus dem Nichts, ohne dass ein Jota an Kausalität dahintersteht.
Das Feuer:
Wirf alles hinein – Welt, Ich, Gott, Bewusstsein, Meditation, Zen, Lehren, Zeremonien, Schulen, Körperhaltungen, Koans, Ursprung, Wahrheit, Erkenntnis.
Was bleibt?
Das Feuer selbst, das alle Identifikationen verbrennt.
Doch selbst dieses Feuer und der Prozess des Verbrennens sind nur Metaphern.
Nichts überlebt diesen Brand – außer dem Nichts.
Nur Nichts kann nicht zerstört werden.
Und selbst dieses Nichts ist, kaum ausgesprochen, wieder nur Idee und damit entzaubert.
Was bleibt, ist DAS.
Es erscheint nicht. Es existiert nicht. Es erkennt und bezeugt nicht.
Alles andere erscheint.
MiKUP101